Microsoft greift auf PCs zu - Vorteil mit Nebenwirkungen
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Im Bemühen, Softwarepiraterie zu verhindern, hat Microsoft vor kurzem den WGA- (Windows Genuine Advantage) Test für die Download- und Updatefunktionen der Microsoft Betriebssysteme implementiert. Microsoft führt nun bei allen Updates und Downloads einen Validierungsprozess durch, mit Ausnahme der Sicherheitsupdates, welche der in Redmond ansässige Softwarehersteller auch weiterhin ohne die Suche nach illegal verwendeter Software anbietet. Obwohl die neue Prozedur, für welche die Installation einer speziellen Software nötig ist, kritisiert wurde, weil das Programm die Computer nach raubkopierter Software "durchsucht" und somit die Privatsphere der Anwender verletzt, haben Analysten diese Antipiraterie-/Validierungssoftware als "fair sowohl für Kunden als auch Verkäufer" gelobt. Innerhalb eines Tages nach dem offiziellen Start in der vergangenen Woche, wurde die WGA-Software bereits von einem Softwareexperten, der JavaScript-Code verwendet haben soll, umgangen. Der Code wurde online veröffentlicht. Die genutzte Lücke wurde "gestopft" und der Code funktioniert nicht mehr. Branchenanalysten gehen jedoch davon aus, dass Bemühungen wie die des Softwaregiganten wohl kaum die technisch bewanderten Softwarepiraten verschrecken können, dafür jedoch regulär zahlende Kunden. Obwohl sich "profesionelle" Softwarepiraten nicht von Microsoft durch eine Überprüfung der Privatsphäre beeindrucken lassen werden und sehr wahrscheinlich einen Weg finden werden, diese Hürde zu überwinden, ist Mike Goodman von der Yankee Group der Meinung, dass die Auswirkungen auf legale Nutzer so gering sind, dass ein Rückgang der Kundenzahlen unwahrscheinlich ist. "Die meisten Anwender werden es nicht bemerken, also wird der Effekt auf den Absatzmarkt minimal sein," fügt er hinzu... Jedoch hinterlässt schon der Gedanke daran, dass Softwareunternehmen einen "Blick" auf den eigenen Computer und die Daten werfen können, ein seltsames Gefühl. Geschäftsleute, die ihren Computer für den Umgang mit vertraulichen Kundendaten verwenden, müssen Microsoft Zugang zu ihrem Computer gewähren, um die neuesten Aktualisierungen installieren zu können. Die Tatsache, dass diese Art der Verletzung der elektronischen Privatsphere im Hintergrund erfolgt, hinterlässt einen noch unangenehmeren Geschmack. Anwender mit einer Firewall von Drittanbietern könnten WGA den Zugang zu ihrem Computer verweigern, sind dann aber nicht mehr in der Lage, ihre legale Software zu aktualisieren. Die Vertraulichkeit würde so oder so riskiert werden, ob man seine Software nun nicht mehr aktualisiert oder ob man Softwareanbietern erlaubt, auf die eigenen Daten zuzugreifen. Quelle: http://www.technewsworld.com/story/45118.html |