EU will Kommunikation mit Bürgern verbessern und rekrutiert 1000 Linguisten
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Die zahlreichen Institutionen der EU haben erkannt, dass sie ihr politisches Anliegen und ihre Ziele den Bürgern nicht ausreichend vermitteln können - eine Erkenntnis, die durch das französische und niederländische Nein zur EU Verfassung noch verstärkt wurde. Jetzt ergreift die EU Maßnahmen zur Überbrückung dieser Kommunikationslücke, welche vor allem durch die Vielzahl der offiziellen Sprachen der Mitgliedsstaaten hervorgerufen wird, und verdoppelt ihre personellen Ressourcen und lässt alle EU Internetseiten in die 21 offiziellen Sprachen übersetzen. "Es wird davon ausgegangen, dass das Übersetzen durch diese Maßnahmen ein zentraler Bestandteil des politischen Prozesses wird," schreibt EUpolitix.com. Doch wird die Verwendung der osteuropäischen Sprachen nicht auf alle EU-Dokumente ausgedehnt; interne Texte werden weiterhin vor allem auf Englisch, Französisch und Deutsch verfasst. Lediglich offizielle Bekanntmachungen und juristische Dokumente werden in die offiziellen Sprachen übersetzt werden. Dieser ehrgeizige Plan ruft jedoch auch Bedenken über die Qualität dieser Übersetzungen hervor. Mit seinen 1300 festangestellten Sprachmittlern ist der Übersetzungsdienst der EU der weltweit größte. Unter Aufwendung aller verfügbaren Einstellungsmöglichkeiten hat der europäische Übersetzungsdienst allein in diesem Jahr bereits 429 neue Übersetzer und 660 Freiberufler in Dienst genommen, zumeist für die neu hinzugekommenen Sprachen wie Tschechisch, Estnisch, Ungarisch, Lettisch, Maltesisch, Polnisch, Slowenisch und Slowakisch. Und doch fehlen noch 22 Sprachmittler, um das ursprünglich für Januar 2005 gesetzte Einstellungsziel erreichen zu können, was vorraussichtlich im September diesen Jahres der Fall sein wird. Festangestellte Übersetzer nach Sprache | Sprache | CS | ET | HU | LT | LV | MT | PL | SK | SL | Gesamt | | Anzahl | 45 | 51 | 51 | 63 | 47 | 22 | 50 | 51 | 49 | 429 |
Diesen Herbst werden Einstellungsgespräche mit bulgarischen und rumänischen Übersetzern geführt, um die ausreichende Verfügbarkeit von Sprachexperten für die zwei neuen Mitgliedsstaaten bis Januar 2007 garantieren zu können. In diesem Zusammenhang berichtet die österreichische Zeitung Der Standard, dass die Europäische Kommission zur besseren Verständigung mit den Bürgern in zunehmendem Maße deren Alltagssprache verwenden will. "Eurospeak", eine innerhalb der europäischen Institutionen verwendete Sprache mit Abkürzungen und Spezialbegriffen, die von Außenstehenden nicht verstanden werden, soll aus den Veröffentlichungen der Institutionen verbannt werden. Mit attraktiveren Internetseiten und der Einrichtung von Infotelefonen richtet sich die EU vor allem an junge Menschen. Das Informationsnetzwerk "Europa Direkt" steht für Anrufer aus den 25 Mitgliedsstaaten bereits kostenlos zur Verfügung. Jedes Jahr gibt die EU etwa 180 Millionen Euro für die Öffentlichkeitsarbeit aus. Eine Liste mit häufig gestellten Fragen (FAQs) - und ihren Antworten - über die "Strategie des Anpassens von Angebot und Nachfrage" in Bezug auf Übersetzungen innerhalb der EU ist unter Press Releases Rapid verfügbar. Quellen: EUpolitix.com, derStandard.com
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