23 EU-Sprachen machen schlechtes Englisch zur linguistischen Währung
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Seit Beginn des neuen Jahres hat die Europäische Union nunmehr 23 offizielle Sprachen. Mit dem Beitritt Bulgariens und Rumäniens wurden die Nationalsprachen der beiden neuen Mitgliedsstaaten den bereits 20 offiziellen Sprachen hinzugefügt. Ebenso stieg Irisch, das traditionelle Gälisch Irlands, in die Reigen der offiziellen Amtssprachen auf. Dies stellt die EU vor eine noch größere Herausforderung, schreibt die Deutsche Welle in einem Online-Artikel. "Die EU, bereits durch die 20 offiziellen Sprachen strapaziert, plädiert offiziell die linguistische Vielfalt, verfällt jedoch allzu oft ins Englische." Der Aufstieg der drei neuen Sprachen, Bulgarisch, Rumänisch und Irisch "kompliziert weiter die Fähigkeit Europas zu kommunizieren." Obwohl Mehrsprachigkeit ein Markenzeichen der EU ist, wird Englisch oft in den Hinterkammern der EU und inoffiziellen Treffen in Brüssel verwendet. "Die Vielfalt der Sprachen ist unser gemeinsamer Reichtum und die Förderung dieser Vielfalt ist eine klare Priorität," wird Europas Kommissar für Multilingualismus, Jan Figel von DW zitiert. Zur Zeit werden in den drei Hauptinstitutionen der EU rund 4.000 Übersetzer und Dolmetscher, sowie rund 1.500 Freiberufler beschäftigt. Die Gesamtkostendafür summieren sich jährlich auf fast eine Milliarde Euro oder 1,3 Milliarden Dollar. Allerdings sind dies weniger als ein Prozent des Gesamthaushaltes der EU, erinnert die Kommission gern ihre Kritiker. Wie DW weiter berichtet, mangelt es der EU trotz des Budgets noch immer an Linguisten, "besonders an solchen, die weniger häufig gesprochene Sprachen fließend beherrschen." Ein Lösungsansatz mit dem die Generaldirektion den Mangel versucht zu beherrschen, ist die indirekte Übersetzung, bei der Dolmetscher die Übersetzung eines Kollegen ins Englische als Ausgangstext nehmen, anstatt die Originalrede. So etwa kann die Rede eines maltesischen Abgeordneten mit einem Minimum an Linguisten in alle benötigten Sprachen übertragen werden. Dennoch sind die Linguisten in Brüssel einem "ständigen Druck ausgesetzt, weitere Sprachen zu erlernen," wird Patrice Liberman, Belgischer Übersetzer, der seit 1991 für die EU arbeitet, zitiert. Liberman spreche bereits acht Sprachen: Niederländisch, Englisch, Französisch,Deutsch,Italienisch,Polnisch, Russisch und Spanisch. Der Bedarf an Linguisten wächst mit jeder Erweiterung der EU und jeder weiteren offiziellen Sprache und ist bereits jetzt höher als durch den Dolmetsch- und Übersetzerdienst der EU gedeckt werden könnte. Nicht selten führt dies zur Abkehr vom Multilingualismus-Programm: Zunehmend verständigen sich EU-Abgeordnete auf Englisch und lauschen den Englischen Übersetzungen. Wie DW es formuliert, "macht dies Schlechtes Englisch zu einer linguistischen Währung in Brüssel und frustriert die Übersetzer." Source: Deutsche Welle |