Der Blues eines Übersetzers: Ersetzung durch MT?
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slate.com hat gestern einen Artikel des New Yorker Autoren und Übersetzers Jesse Browner mit dem Titel "The Translator's Blues -- Will I get replaced by a computer program?" (Der Blues des Übersetzers - Werde ich von einem Computerprogramm ersetzt?) veröffentlicht. Als er von seinem Arbeitgeber, "einer großen internationalen Organisation, die Reden aus dem Französischen, Spanischen und Russischen übersetzt", darüber informiert wurde, dass "die Übersetzungsdienste durch maschinelle Übersetzungssoftware ergänzt werden sollen", fürchtete er um seinen Arbeitsplatz. Der Artikel gibt einen interessanten Einblick in den "Blues des Übersetzers" - die Angst davor, von einem Sprössling einer 8 Milliarden schweren Branche ersetzt zu werden - automatisierter Übersetzung. Durch die Vielzahl verschiedener Softwareprodukte und die wachsenden Ausgaben von Verteidigungs- und Geheimdienstbehörden für MT hat automatisierte Übersetzung jetzt einen Qualitätsstand erreicht, der diese Technologie besonders für jene Organisationen interessant macht, die in "Bereichen mit vielen Standardformulierungen, wie bei Geschäftsbriefen, standardisierten Verträgen und medizinischen Diagnosen" übersetzen. Browner hat eine Reihe von Produkten von kostenloser Software bis professionellen Systemen wie Language Weaver getestet. Während die meisten Produkte nicht einmal die einfachsten Sätze übersetzen konnten, lieferten fortgeschrittenere Programme seiner Meinung nach beeindruckende Ergebnisse. Doch im Großen und Ganzen kommt er zu dem Schluss, dass sich die meisten Übersetzer keine Gedanken um ihren Arbeitsplatz machen müssen, da die maschinelle Übersetzung noch weit davon entfernt sei, an die von Menschen erzielte Qualität heranzukommen. Da Geheimdienste jedoch einen Engpass an professionellen Übersetzern für bestimmte Sprachen haben, denken sie, maschinelle Übersetzung stelle eine Lösung dar. MT-Systeme arbeiten vor allem auf der Basis von Statistiken, das heißt, sie vergleichen Sätze mit bereits übersetzten Textteilen. Doch sind sie nicht in der Lage, Sinnzusammenhänge zu verstehen, geschweige denn Konnotationen, Assoziationen oder logische Schlussfolgerungen. Der Autor zitiert "den alten Klassiker 'Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach', der ins Russische und wieder zurück übersetzt ergibt 'Der Wodka ist gut, aber das Steak ist lausig'". Angesichts dieses Ergebnisses fragt Browner: "Was würden sie Proust antun? Und wie können sie nur die geringste Hoffnung haben, es mit Osama aufnehmen zu können?" Language Weaver Geschäftsführer Bryce Benjamin gibt zu, dass nicht einmal die beste Übersetzungssoftware menschliche Übersetzer ersetzen könne; sie ist lediglich ein Werkzeug, "welches ihnen dabei hilft, die Produktivität und den Wert zu steigern," schließt Browner. "Mehr wollte ich gar nicht wissen. Ungeachtet des Krieges gegen den Terrorismus scheinen meine Arbeit und die tausender anderer professioneller Übersetzer in den Bereichen der Kunst, der Wissenschaften und der Industrie im Moment relativ sicher zu sein. Aber andererseits waren sich Pferde vor 100 ihrer Sache auch ziemlich sicher und sehen Sie, was mit ihnen passiert ist." Lesen Sie den kompletten englischen Artikel auf: slate.com |