Nachrichtenagentur stellt Outsourcing nach Problemen wieder ein
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Spiegel-Online Autor Matthias Streitz berichtete gestern über die dramatischen Outsourcing-Folgen der Nachrichten Agentur Dow Jones. Es war das erste Mal, so Streitz, dass deutsche Journalisten-Arbeit an einen billigeren Standort ausgelagert wurde. So ließ die Nachrichtenagentur Dow Jones seit 2004 einen Teil ihres deutschsprachigen Dienstes in Budapest übersetzen. Der ungarische Partner Alfa Press war mit rund zehn Mitarbeitern an der Übsetzung der englischsprachigen Texte des Dow-Jones-Dienstes ins Deutsche beauftragt. Dabei wurden vor allem kurze Börsenberichte übersetzt und an die deutsche Nachrichtenagentur (ehemal vwd) weitergeleitet. Dow Jones hatte diese Aufgaben damals aus Kostengründen nach Ungarn verlagert, wo nach Firmenangaben die Lohnkosten "zum Teil 20, zum Teil auch 50 Prozent" unter dem deutschen Niveau lagen und weitgeringe Kündigungsfristen höhere Flexibilität versprach. Die Arbeit in Ungarn wurde aber überwiegend von Quereinsteigern ohne formale journalistische Ausbildung ausgeführt, so dass wiederholt von anhaltenden "Qualitätsproblemen" berichtet wurde. Zwar bestand zum Schluss das Alfa-Team vollständig aus deutschen Muttersprachlern, die in Budapest leben. Wie Spiegleautor Streitz schreibt, führten die Probleme wiederholt zu enormen Nachredigierungen in Frankfurt. Die englischen Texte aus der Rubrik "DJ Market Talk" werden ab Januar wieder von ausgebildeten Redakteuren in Deutschland übersetzt, schreibt Streitz. Andere Nachrichtenagenturen wie Reuters oder AP, ebenfalls englische Texte ihrer Mutterdienste übertragen, haben es bisher abgelehnt, die Übersetzung dieser Meldungen aus Deutschland zu verlagern. Allerdings laufe bereits bei Reuters auf internationaler Ebene ein eigenes, viel größer dimensioniertes Outsourcing-Projekt. Über 600 Stellen seien bereits von England und New York nach Banglore, Indien verlagert worden, die mit der Erfassung von Firmendaten betraut sind. Quelle: Spiegel Online |